Tag 1 (09.11): Das 5- taegige Surfcamp (Montag bis Sonntag) von Sydney nach Byron Bay startete an der Central Station in Sydney puenktlich um 7:45 Uhr. Alle anderen Camps ausgebucht und hier nur 9 Teilnehmer, hmmm, entweder ein Geheimtip oder schade ums Geld. Kann vorwegnehmen: Das Geld wars wert :-) Erster Stop nach etwa 2 1/2 Stunden Fahrt war ein kleiner Shopping Center, um nochmal die Moeglichkeit zu haben vergessene Sachen & Alk einzukaufen. Unser Coach hat derweil im Supermarkt ein paar Broetchen, Salat und gegrillte Haehnchen fuer das Mittagessen geholt, welches wir an einem Rastplatz eine weitere Stunde den Highway nach Norden zu uns genommen haben. Sogar fuer Getraenke war gesorgt, naja Wasser und verschiedenes Sirup halt, aber dafuer schoen kalt. Die komplette Fahrt ueber laeuft richtig gute Mugge und ich konnte endlich mal die Landschaft geniessen und musste nicht selbst fahren. Zwischendurch ging noch eine Unterschriftensammlung rum, auf der man Sufaris von jeglichen Verletzungen beim Surfen bis zum Tod freisprach. Unser Coach verkaufte aber zum Glueck “Shark Repellent” fuer 10 Bucks, da hab ich mir gleich mal 2 Flaschen geholt :-)

Ankunft im Camp etwa gegen 15 Uhr, ein wenig ausserhalb von Crescent Head. Kurz die Zimmer bezogen, 6-Mann-Dorms und kurz im umgeschaut. Dann ging es auch schon los zur ersten Surfstunde am nahegelegenen Strand. Jeder bekam einen Wetsuite und ein Leibchen zum drunter zeihen. Auf einem Fluss, der dort ins Meer muendet, haben wir mit der Padeltechnik angefangen und Stueck fuer Stueck die Theorie beigebracht bekommen. Einige konnten bereits nach ein paar Versuchen die kleinen Wellen in Strandnaehe richtig im Stehen “reiten”. Allerdings wurden wir von den 2 Coaches in die richtige Richtung gerueckt und bekamen einen Schups. Ich hatte auch meine 2-3 erfolgreichen Versuche, juhu. Alle hatten schwere Arme nach den etwa 3 Stunden und waren froh wieder im Bus zu sitzen. Gegen 19 Uhr gab es Abendessen, Tortillas mit Bohnen, Salat, Kaese, super lecker. Danach wurde noch ein wenig zusammen gesessen, ehe fast alle gegen 23:30 Uhr das Bett aufsuchten.

Tag 2 (10.11): Wurden gegen 7:30 Uhr geweckt. Zum Fruehstueck gab es Cerealien und Toast mit Marmelade & Erdnussbutter, sowie diverse Fruechte. Auch Kaffe, Kakao und Wasser plus Sirup stehen immer ausreichend zur Verfuegung und sind frei. Der Surfspot fuer diesen Tag nennt sich Point Plomer und liegt etwa 30 min Busfahrt vom Camp entfernt. Es handelt sich um einen Nationalpark und dementsprechend waren wieder kaum Leute am Strand zu sehen. Das Wetter war perfekt, den ganzen Tag Sonne. Nach Dehn- und Aufwaermuebungen gab es weitere Theorie und dann ab ins Wasser. Die Coaches waren immer bei uns und gaben jedem individuelle Tips, um die Technik zu verbessern.

Das Mittagessen wurde auf einer Picknikbank am Strand eingenommen, wiederrum ein Sandwiches zum selbst belegen. Ein kleiner Walk auf die angrenzende Landzunge war eine wilkommene Abwechslung ueber die Mittagsstunden. Die Nachmittagssession ab etwa 15 Uhr war fuer einige schon sehr anstrengend, den nun ging es noch weiter raus, um auch die langen Wellen zu bekommen. Ich glaub ich hab nicht Eine gestanden, aber egal, ein paar Mal bin ich einfach im liegen mit der Welle mit und hab ein wenig mit der Gewichtsverlagerung gespielt. Spass hats gemacht, auch wenn wirklich nicht talentiert bin auf dem Surfbrett.

Auf dem Rueckweg ein Kurzer Stop in Crescent Head, um sich im Bottle Shop Alk Nachschub holen zu koennen, bzw sich im Supermarkt mit Suessigkeiten zu belohnen. Fast jeder hat sich da auch tatsaehlich was geholt, die viele Sonne und die Bewegung machen hungrig. Zum Abendessen gab es Reis mit asiatischem Eintopf, diesmal mit Fleisch (Schwein), auch wieder lecker. Kochen tut ausserdem der Typ hinter der Rezeption, koennte der Besitzer sein. Die 3 Coaches sind zwischen 20-32 und schaun mit ihren langen gelockten Haaren aus wie Surfer halt so ausschaun. Auf jeden Fall machen sie staendig Witze und halten den Stimmungspegel konstant hoch.

Fuer den weiteren Abend gab es ein Highlight, Lagerfeuer am Strand. Mit dem Jeep ging es in 3 Touren etwa 10 min ueber einen Feldweg zu einem weiten Sandstrand mit Blick auf Port Macquaire. Viele Sterne am Himmel, die Stadt sieht mit den Lichtern aus wie ein U-Boot oder eine Jacht, echt abgefahren. Das Rauschen der Wellen im Hintergrund und die 3 Coaches spielen an diversen Instrumenten einen Kracher nach dem naechsten. Zufaelligerweise sind die alle in einer Band und koennen damit echt umgehen.

Tag 3 (11.11): Nach dem Fruehstueck machten wir uns auf nacn “Hat Head”. Nach etwa 40 min Busfahrt wiederum ein einsamer, wunderschoener Strand. Diesmal war kein Rastplatz in der Naehe und wir mussten Getraenke, Surfzeugs und ein Sonnensegel fuer Schatten ein paar Meter bis zum Strand tragen. Die Morgenstunden sind wirklich die besten zum Surfen, die Wellen haben keinerlei Stoerungen und der Wind vom Land kommend gibt ihnen eine schoene Form. Meine Erfolge wurden allerdings immer seltener, die Kraft war langsam erschoepft und irgendwie wollte das Aufstehen nicht mehr klappen. Nach etwa 3 Stunden dann die willkommene Mittagspause mit den ueblichen Beilagen fuer Sandwiches & Fruechte.

Bis 14:30 Uhr war Leerlauf, doch man war ja immer noch am Strand. Vertrieben uns die Zeit mit Beachvolleyball oder Rugby, haetten auch jederzeit surfen gehen koennen.

Die 2te Session war vom Paddeln her nicht mehr gar so anspruchsvoll, die Wellen kleiner und viel Weisswasser. Alle waren koerperlich ausgepowert und wir haben unser Lager am Strand gegen 17 Uhr aufgegeben. Wie auch schon am letzten Tag, hielten wir nochmal an einem kleinen Supermarkt um seinen Heisshunger auf Suesses stillen zu koennen. Hier teilten wir uns 4 Boxen mit Pommes & Sosse die wirklich aeussert lecker waren. Mit ein wenig Brot vom Mittagessen machten wir uns daraus easy 2-lagige Pommes-Sosse-Sandwiches. Zurueck im Camp das uebliche Prozedere vor dem Abendessen, kurze Dusche & chillen. Einige liessen sich sogar noch zu einem kurzen Beachvolleyball Match ueberreden, am campeigenen Platz. Die Spagetti Bolognese waren gut und vorallem reichlich, doch nach den Pommes hatte kaum einer mehr richtig Hunger. Einige sind danach noch in einen benachbarten Pub mit Billard Tisch gegangen, andere haben die freie Zeit im Camp verbracht.

Tag 4 (12.11): Surf Spot war wie auch schon an Tag 2 der Point Plomer. Schoene lange, gruene Wellen und perfektes Wetter. Eigentlich hatte es jeder drauf eine Welle zu reiten und auch die ersten Turnmanoever wurden probiert. Die Erfolgsquote ist bis auf ein paar Ausnahmen weiterhin eher mager, aber Surfen ist halt auch nicht in 5 Tagen zu lernen. Das Mittagessen wie gewohnt am Picknik Platz und ein Nickerchen in der Mittagshitze. Die Sonne brannte richtig runter, aber der kuehle Wind machte ein Sitzen im Schatten eher unangenehm. Somit war ein staendiger Wechsel der Positionen zu beobachten, die einen kuehlten sich ab, die anderen waermten sich auf.

Zu unserer Ueberraschung wurde dann ein Standortwechsel verkuendet, die Wellen auf unserer Seite der Landzunge waren kaum surfbar (zu klein und unruhig). Also alle Boards rauf auf den Bus und schnell die Wetsuites in den Kofferraum geworfen. Eine kurze Fahrt mit anschliessenden 500m Walk ueber einen Huegel eroeffneten ganz neue Perspektiven. Etwa doppelt so hohe Wellen wie die, die wir bisher gesurft sind. Auch ein paar andere Surfer waren im Wasser, ein Indiz fuer etwas anspruchsvollere Wellen. Einen Versuch wagten alle, aber die Kraft fehlte nach ein paar mal rauspaddeln und das Timing wurde zunehmend schlechter, sodass sich bald etwa die Haelfte der Gruppe am Strand versammelt haben und dem Treiben zusahen. Aus unserer Gruppe gelang eigentlich nur 2 Leuten dort eine Welle erfolgreich zu nehmen. So ein paar Tage reichen nicht aus, um mal eben im Schwierigkeitsgrad medium zurecht zu kommen. Dazu kommt noch, dass wir auf langen, breiten Boards unterwegs sind. Wuerden wir auf kurze Boards wechseln, waere wohl gar kein Land zu sehen, da diese noch unruhiger im Wasser liegen. Ich betrachtete den Nachmittag eher als Badetag, nachdem mich etwa 10mal die hohen Wellen verspeisst haben. Sich im liegen von den Wellen bis zum Strand tragen lassen fand ich zudem aeussert gut, weil einem die Geschwindigkeit noch schneller vorkam und ich so mitlerweile auch recht gut navigieren konnte.

Zurueck im Camp die obligatorische Dusche und kurzes Chillout bei einem kuehlen Bierchen. Zur Ueberraschung aller gab es ein richtiges Barbeque gegen 19 Uhr, mit Steaks und WUerstchen, Kartoffelbrei, Sosse und geduensteten Zwiebeln & Pilzen. Wir haben alle kraeftig reingehaun und fuer die letzte Nacht unsere kompletten Alkoholvorraete rausgeholt. Die Coaches haben ein kleines Saufspiel aufgebracht. Eine Band hat derweil im Aufenthaltsraum geprobt und anschliessend zur Party geladen. Der Alkohol floss, die Musik war super und jede Menge Instrumente┬á gingen rum um sich daran zu beteiligen. Gute Stimmung und allen vorran die Coaches, die wie ueblich richtig gut gerockt haben. Zwei Jugendliche aus der Nachbarschaft haben sich auch unter uns gemischt, was eventuell unschoene Folgen hatte…

Tag 5 (13.11): Es herrschte Aufregung am Morgen im Camp, denn es wurden etliche Sachen von den Betreibern und auch von uns Gaesten entwendet. Kuechenutensilien, DVDs bis hin zu I-Pods und Kameras fehlten. Was in den letzten Tagen als sehr angenehm empfunden wurde, naemlich nicht alles immer wegschliessen zu muessen, da es sehr familiaer zuging, wurde einigen zum Verhaengnis. Ich hatte zum Glueck alle Dinge im Dorm- Room verstaut, den wir den ganzen Abend ueber verschlossen hielten. Hauptverdaechtige waren die beiden Nachbarjungs, aber Beweise gibt es keine. Polizei wurde verstaendigt, man sagte uns aber gleich, dass kaum Hoffnung besteht.

Naja etwas angeschlagen zum Fruehstueck und mit dem Bus zum Strand ein paar Blocks runter, um den letzen Morgen mit Surfen zu verbringen. Die Location war nicht ganz optoimal, aber fuer etwas anderes war keine Zeit mehr. Hatte bei meiner 2ten Welle direkt einen schoenen Ritt und beschloss meine Karriere damit zu beenden. Das Wetter war bewoelkt bis Nieselregen, das Wasser kalt und die Stimmung durch den naechtlichen Vorfall beeintraechtigt. Nach etwa 2 Stunden hiess es dann entgueltig Abschied nehmen von meinem Board, welches mir die letzten Tage gute Dienste geleistet hatte. Schnell sind alle Sachen verstaut und die Wetsuites ausgewaschen, hatten ja genug Uebung mitlerweile. Im Zimmer kurz Gepaeck zusammengepackt und eine Dusche genommen, ehe die mittaglichen Sandwisches bereitstanden.

Gegen 13 Uhr dann in den frisch gereinigten Bus, die Leute fuer Sydney am Bahnhof rausgeschmissen und ab nach Byron Bay. Kurz vor Grafton dann ein Unfall und der einspurige Highway war mal eben fuer locker 30min gesperrt. Die restliche Fahrt verlief dann reibungslos, Ankunft an der Artsfactory gegen 19:30 Uhr. Dort war eine Band am rocken, die 10er Dorms nicht gerade komfortabel, aber wenigstens ein Zimmer fuer das Wochenende, den es war alles restlos ausgebucht. Die Band spielte bis etwa 23 Uhr, die Bar vom Hostel ist recht guenstig (4 AUD pro Bier) und die Stimmung ist ausgelassen. Wir waren etwa 6 Leute von Surfaris und schnell gesellten sich andere aus den verschiedenen Dorms hinzu. Die Nacht selbst war aeusserst gut, aber kein Wunder nach der vollgepackten und anstregenden Woche.

Fazit:
Surfen ist nicht mein Sport, aber macht trotzdem irre Spass. Leider wurde doch nicht gezeltet. Das Camp wurde vor etwa 2 Jahren errichtet und dient seitdem als Stuetzpunkt. Surfaris ist auf jeden Fall als Anbieter empfehlenswert, die Betreiber nehmen jeden sofort in die grosse Familie auf und das Essen ist top. Ausserdem verfuegen sie ueber jede Menge Lizenzen, um Straende in Nationalparks ansteuern zu koennen, die durchweg verlassen waren. 5 Tage sind auf jeden Fall zu empfehlen, eventuell gar noch eine 2te Einheit, denn damit kann man noch lange nicht surfen…

Bilder: leider gibt es kaum Bilder von uns auf den Brettern, ihr muesst euch das einfach vorstellen.

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