Vom 20-22 Nov 2009 war ich mit GroovyGrape auf Kangaroo Island. Der kleine Bus holte mich puenktlich 6.45 Uhr am Hostel ab und nach einer 1,5 stuendigen Fahrt erreichten wir die Faehre. Unsere Gruppe bestand aus 6 Maedels mir und unserem Guide, der es verstand uns mit gezielten Fragen einander bekannt zu machen. Bereits am ersten Stop, der Pelikan Bay, wo sich kein einziger Pelikan mehr befindet, glaenzte er zudem mit enormen Wissen ueber die Region und Geschichte. Bei einem Lookout, etwa 300 breite Stufen einem Huegel hinauf, sah man deutlich die schmalste Stelle der Insel (90m), die eigentlich nur Platz fuer die Strasse bot. Ein paar Kilometer weiter gab es Lunch und einen der schoensten Straende Australiens. Leider war das Wetter nicht so gut und die Bilder koennen das in keinster Weise wiedergeben.

Danach ging es einmal quer ueber die Insel nach Sueden, wo der Veranstalter in einem Nationalpark eine eigene Steinhuette betrieb, die uns als Nachtlager diente. Von der Terasse aus waren zahreiche Kangaroo Island Kaengurus, die es nur hier gibt, und Wallabies zu sehen. Im Baum ein Koala Weibchen mit ihrem Sproessling auf dem Ruecken und Bill & Ted, 2 Possums als naechtliche Besucher des Camps. Ein besonderes Spezial war die Wanderung von Zwergpinguinen, die ihr Nachtlager in einer Bucht ein paar Autominuten weiter bezogen haben. Davon durfte man jedoch keine Bilder machen, um die Tiere nicht zu verschrecken. Beim Lagerfeuer liessen wir den Tag ausklingen und wie zu erwarten war von den Maedels bald nichts mehr zu sehen.

Der naechste Morgen began mit dem Duft von Pancakes (kleine Pfannkuchen), die unser Guide vor der Huette zubereitete. Ein Koala veschaffte sich mit lauten Rufen einen Ueberblick ueber sein Revier und die Kaengurus lagen faul in der Gegend rum. Das einzige Bad war natuerlich staendig von den Maedels besetzt, aber wer duscht verliert sowieso. Erster Halt war die “Little Sahara” und was macht man am besten – Sandboarden. Ein Maedel aus Texas hat durch ihren Gewichtsvorteil das kleine Turnier gewonnen, der Rest zitterte sich eher nach unten. Danach waren wir alle wieder auf dem gleichen Stand, verschwitzt und voller Sand :-) Am “Seal Bay” fiel das nicht weiter auf, denn die Seeloewen haben mit ihrem fischigen Geruch wirklich alles uebertuencht. Warum die sich gerade diesen genialen Ort fuer ihre Kolonie ausgesucht haben kann ich gut nachvollziehen. Bei einer Tour zum Strand konnten wir auf etwa 10 Meter an die wilden Tiere ran, mussten uns aber natuerlich an gewisse Regeln halten. Alle Eintrittspreise fuer Nationalparks und gefuehrte Touren waren ausserdem im Packet enthalten. Noch vor dem Mittagessen gab es eine weitere Tour in den Kelly Hill Caves. Der Guide erinnerte mich an die Fuehrung in den Bierkellern in Erlangen. Die Stimme eines Maerchenerzaehlers und mit einem Elan bei der Sache als wuerde er das erst seit 1ner Woche machen (macht das seit 10 Jahren). Neben Stalaktiten und Stalagmiten gab es auch Helictites zu sehen, Tropfsteine die nicht der Schwerkraft zu unterliegen scheinen und in jegliche Richtungen wachsen. Zurueck am Parkplatz wartete Whales mit heissen Wuerstchen und Zutaten fuer Hot Dogs auf uns.

Am Nachmittag dann ein Walk im Flinders Chase Nationalpark zur “Snake Lagoon”. Lustigerweise gibt es in der Gegend weder Schlangen noch eine Lagoon, aber einen Fluss mit braunem Wasser (kommt vom Oel der Eukalyptus Baeume am Ufer) und genialen Felsformationen. Die Ausmaße des Feuers, das hier 2007 wuetete, waren noch deutlich zu sehen. Ueberall schwarze Ueberreste von Baeumen, die aus den ueberlebenden Wurzelsystemen neu austrieben. Highlight war eine Hoehle mit einem sehr engen Tunnel, durch den wir klettern mussten. Der Ausblick auf den Strand von dort war ueberragend. Ohne einen Guide ist dieser Ort wohl nicht zu finden. Leider war die Stroemung zu stark, sodass uns abgeraten wurde ins Meer zu gehen. Aber allein die hereinbrechenden Wellen zu beobachten machte den Aufenthalt an der Bucht lohnenswert. Unser Nachtlager war diesmal eine zum Hostel umfunktionierte Farm. Es regnete zwar den halben Abend, aber der grosse ueberdachte Aussenebreich mit Kueche und Feuerstelle machte das Ganze sehr angenehm. Geil waren die Baeder mit Palmen und Farne, wo man sich wie im Urwald vorkam. Zum Essen gab es lecker Kartoffeln mit Haehnchen in Erdnusssosse und diverses anderes Zeugs (wie immer mehr als reichlich).
Am dritten Tag ging es bereits sehr frueh zurueck zum Flinders Chase Nationalpark. Auf einem kurzen Walk versuchten wir ein Schnabeltier zu sehen, eines von nur 2 existierenden Saeugetieren die Eier legen (das andere ist der Ameisenigel, haben wir bei Kelly Hill Cave gesehen). Entweder waren wir zu laut oder zu spaet dran, konnten aber nur ihre Hoehlen und Spuren in der Erde finden. Die Schnabeltiere sind ja gar nicht dumm. Ihre Hoehlen haben jeweils einen Ausgang zum Wald und einen in den See und koennen damit Feinden in beide Richtungen entfliehen.

Richtig windig wurde es dann an den “Remarkable Rocks” etwa 20 Autominuten weiter. Die lustig ausgewaschenen Felsen liegen einfach so an einer Klippe rum und man kann mit etwas Phantasie die verschiedensten Dinge darin erkennen. [kurios: Ein Tourist wagte sich zu weit nach vorne und wurde von einer grossen Welle erfasst, die ihn mit ins Meer riss. Der Guide und ein weiterer Typ eilten zur Hilfe und wurden von der naechsten Welle erfasst, die Tourist Nr 1 wieder auf die Klippen spuelte. Die beiden anderen wurden nie mehr gesehen.] Den Weg nach “Admirals Arch” bestritten wir halb per Bus, halb auf einem Walk entlang der Kueste. Der Blick auf die Buchten und Klippen im Suedwesten der Insel liessen einen die Zeit vergessen und wir kamen etwas spaet zum vereinbarten Treffpunkt mit unserem Guide. Dieser wartete schon am Boardwalk zu einer Kolonie von Neuseelaendischen Seebaeren, die mit dem dunklen Fell auf den schwarzen Felsen kaum zu erkennen waren. Wer auf dem 3t letzten Bild genau hinschaut kann ein paar Tiere erkennen.

Zum Abschluss des Trips gab es nochmal Strand pur am “Hanson Bay”. Waehrend aussen am Meer die Wellen etwa 2 Meter hoch waren, konnte man in der Bucht ein entspanntes Bad im tuerkis- blauen Wasser nehmen. Naja, den Maedels waren die 25°C nicht warm genug. Waeren es ein paar Grad mehr gewesen und etwas weniger Wolken koennte man wohl nichts besseres mit seiner Zeit Anfangen als auf dieser Insel abzuhaengen. Waere gern noch laenger geblieben, bereue aber nicht diese Tour gebucht zu haben, die bisher die beste (da abwechlungsreichste) meines Urlaubs war.

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2 Comments on Kangaroo Island

  1. Marco says:

    Adelaide fand ich auch beim 2ten mal eher langweilig, aber hab dort ehrlich gesagt auch nicht viel unternommen. Weihnachten sollte klar gehen, falls ich nach 22 Std Flug + Zugafarht noch was auf die Reihe bekomme. Muesst mir auf jeden Fall euren Treffpunkt durchgeben, aber is ja noch bisserl hin :-)

  2. Björn says:

    Servus,

    Kangaroo Island hat uns damals auch extrem gut gefallen und es hat viel Spaß gemacht, deinen Bericht zu lesen und die Bilder anzuschauen.
    Nimm dir mal Zeit um dir Adelaide anzuschauen – lohnt sich.
    Wir freuen uns schon auf mehr live Berichte an Weihnachten.

    Gruß

    Ada und Björn

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