Viele der Attraktionen um Rotorua sind leider nicht mit oeffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Ohne Auto kann man entweder auf ein Lift hoffen, reist mit dem “Kiwi-Bus” durch Neuseeland (die vom Hostel bis zu den Tagestouren alles fuer einen planen) oder man schmeisst einem Anbieter Geld in den Rachen. Um Rotorua kann man locker 50 verschiedene Touren machen, viele davon aehneln sich oder zeigen das Gleiche nur an einem anderen Ort. Es gibt z.B. 5 Anbieter, die genau den gleichen Fluss raften oder ~10 Maori Doerfer die Tanzvorfuehrungen machen und einen Hangi zubereiten (Essen gekocht in einer thermalen Quelle im Boden). Habe mir schliesslich die folgenden beiden ausgesucht, da fuer mich das besondere in der Gegend ganz klar die vulkanischen Aktivitaeten sind.

Im Wai-O-Tapu – Thermal Wonderland kann man, wie der Name schon sagt, jede Menge von diesen heissen Quellen, kochenden Schlammloechern und Kratern sehen. Der komplette Walk dauert nur etwa 1,5 Std, wobei zumindest auf der Touri Map ein Highlight neben dem anderen ist. Fuer mich besonders interssant waren:

1) Lady Knox Geyser – Ein Geyser der jeden Morgen um 10:15 Uhr mit ein wenig biologisch abbaubarer Seife zum spucken gebracht wird (15-20 Meter fuer etwa 1 Std). Fuer alle Backpacker heissts da, Klamotten runter und waschen, warmes Wasser hats genug.

2) The Champagne Pool – Eine heisse Quelle mit 65m im Durchmesser und 62m tief. Wassertemperatur an der Oberflaeche angenehme 74°C und die vielen Blasen darauf erinnern wirklich an Champagner, der in einem Glas vor sich hinperlt. Der rote Rand schaut zudem unheimlich gut aus.

3) Devil`s Bath – Eigentlich nur ein Wasserloch, aber die Farbe ist echt abgefahren gruen. Man nehme Wasser vom Champagne Pool mische ein wenig Schwefel und Mineralien hinzu, lasse die Sonne darauf strahlen und man bekommt neon-gift-gruen, is doch einfach oder.

Nach meinem Mittagessen bestehend aus ein paar Sandwiches die ich mir im Hostel gemacht hatte, gings weiter zum Waimangu – Volcanic Valley. Der erste Blick in das Tal machte schon einmal einen gruenen Eindruck, viel Wald und zwischendrin Thermalquellen, Seen und Felsen. Das ganze entstand 1886 bei einem gewaltigen Ausbruch des Tarawera Vulkans. Dabei wurde laut unserem Busfahrer das 8te Weltwunder die “Pink and White Terraces” zerstoert. Das Tal wird als neuestes geothermisches System angepriesen an dessen Ende der Rotomahana See (uebersetzt: warmer See) ein Paradies fuer Voegel bietet. Auch hier wieder jede Menge Highlights auf der Karte, die man manchmal suchen muss obwohl man direkt davor steht. Fuer euch deshalb meine Top 3 aus Waimangu:

1) Echo Crater & Frying Pan Lake – Mit einem pH Wert von 3,5 (Saeure) duerfte sich das mit dem Baden im schoen dampfenden See erledigt haben, der ausserdem die weltweit groesste heisse Quelle ist. Beeindruckend sind die rauchenden Felsen im Hintergrund, sowas sieht man in der Fraenkischen Schweiz nicht.

2) Inferno Crater – Wie kann etwas so wunderschoenes so toetlich sein. Mit einem pH Wert von 2,2 (noch mehr Saeure) und diesem hell blau Wasser kann man leicht auf besonders dumme Gedanken kommen. Unterirdisch hat das Dingen einen Geyser, der alle 30-70 Tage loslegt und den Wasserspiegel steigen laesst. Ein kleiner Bach an dessen Ufer kein Grashalm zu sehen ist, nur tote Erde, transportiert das Wasser ab. Daraufhin sinkt der Wasserspiegel drastisch bis vom See fast nix uebrig ist, ein staendiges auf und ab also. Die Fotos von mir sind 1 Tag nach Ueberlaufen, ein wenig frueher und ich waere live dabei gewesen, damn.

3) Und der dritte Platz geht an die Bootsfahrt auf dem “Lake Rotomahana”. Ich war zwar nicht dabei, aber wer fuer 40min Tuckerfahrt auf einem See mit Voegeln mehr verlangt, als der Eintritt vom Park selbst kostet, der muss einiges zu bieten haben. Allein dafuer werde ich auf jeden Fall wiederkommen ;-)

Fazit:
In Sachen thermische und vulkanische Attraktionen habe ich sehr gut gewaehlt. Es war eine ganz neue Welt mit heissen Quellen, tiefen Kratern in denen Schlamm vor sich her blubbert, saeurehaltigen Seen und toter Erde. Haette gerne noch ein “Hangi Meal” (Maori kochen Essen in Erdloechern an einer thermischen Quelle) mitgenommen, aber es hat sich leider nicht ergeben, naja naechstel Mal.

[pictobrowser type="picasa" userID="MLorenz78" albumID="5413488230620213121"]

Tags: ,

Leave a Reply

*